Dienstag, 14.04.2026 06:45 Uhr

Ostermarsch: "Friedensfähig statt kriegstüchtig!"

Verantwortlicher Autor: Sergej Perelman Stuttgart , 06.04.2026, 07:35 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 2757x gelesen
Kopf des Demozuges mit Banner, Stuttgart, 04. April 2026, Foto: Sergej Perelman

Stuttgart [ENA] Unter dem Motto "Friedensfähig statt kriegstüchtig!" fand der Stuttgarter Ostermarsch am 04. April 2026 statt, um u.a. die folgenden Forderungen zu stellen: keine Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland, keine neue Wehrpflicht, abrüsten statt aufrüsten, Schließung aller US-Militärstützpunkte in Deutschland, für die Stärke des Rechts – gegen das Recht des Stärkeren und gegen Sozialabbau.

Den Angaben der Veranstalter nach versammelten sich auf dem Stuttgarter Schlossplatz am 4. April 2026 für die Kundgebung und den anschließenden Aufzug durch die Innenstadt rund 5000 Demonstranten. Zuvor gab es auch eine Kundgebung vor dem US-Stützpunkt EUCOM in Stuttgart-Vaihingen mit der Forderung diesen zusammen mit AFRICOM zu schließen. Anschließend bildete sich ein Fahrradkorso mit ca. 100 Teilnehmern zur Hauptveranstaltung.

Stele am EUCOM, Stuttgart-Vaihingen, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Versammlungsteilnehmer am EUCOM, Stuttgart-Vaihingen, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Schild, EUCOM, Stuttgart-Vaihingen, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman

Heike Hänsel, Gesellschaft Kultur des Friedens, äußerte zu Beginn ihrer Rede scharfe Kritik am Krieg gegen den Iran: "Was für ein großes Verbrechen! Und weil unsere Regierung es nicht tut. Wir verurteilen diesen verbrecherischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran! Und auch dieser Krieg wurde begonnen, wie der Irakkrieg, mit Kriegslügen, die so offensichtlich sind!"

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Hänsel fuhr mit einer Verurteilung am Vorgehen Trumps fort: "Präsident Trump hat angekündigt - das muss man sich mal vorstellen, allein die Sprache - 'den Iran in die Steinzeit zurückzubomben', denn dort gehöre er hin. Mehr als 1100 zivile Ziele, darunter Hunderte Schulen, medizinische Einrichtungen, Universitäten, Energieinfrastruktur wurden bereits bombardiert. Gezielte Angriffe auf die zivile Infrastruktur eines Landes sind Kriegsverbrechen. Und so müssen sie auch genannt werden."

"Das, was wir jetzt erleben, ist keine Befreiung. Das ist Terror, Staatsterror. Demokratie und Menschenrechte lassen sich nicht herbeibomben. Und so wird die Souveränität des iranischen Volkes weiter untergraben, das alleine über die Zukunft seines Landes entscheiden soll. Von unserer Bundesregierung hört man von dieser zu dieser Verrohung Entmenschlichung der Sprache nur lauter Schweigen. Und das Völkerrecht ist ja mittlerweile sehr komplex geworden. Verurteilt wurde von der Bundesregierung bisher auch nur die Reaktion der iranischen Regierung. Diese Doppelmoral der EU, unserer Regierung, die diesen klaren Bruch des Völkerrecht offensichtlich akzeptieren, ist eine Schande und verstärkt die Verrohung internationaler Beziehungen", so Hänsel.

Bundeskanzler Merz warf Heike Hänsel vor, Beihilfe zu Völkerrechtsbruch und Kriegsverbrecher zu leisten, weil Deutschland es ermögliche über die Nutzung sämtlicher US Militärbasen und die Gewährung von Überflugrechten für US-Kampfflugzeuge, diesen illegalen Krieg gegen den Iran zu führen. Die US Airbase Ramstein in Rheinland-Pfalz und die Kommandozentrale hier in Stuttgart seien zentral für die US Kriegsvorbereitung gewesen und aktuell für diese Kriegsführung, erläuterte die Friedensaktivistin. Außerdem bekundete Sie Ihre Solidarität mit dem Journalisten Hüseyin Dogru, der wegen seiner Berichterstattung zu Gaza von der EU unter Sanktionen gestellt wurde, samt seiner Familie, und seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann.

Bühne, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Blick von der Bühne, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Mädchen mit Schild, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Demonstrantinnen mit Banner
Demonstrantin mit Plakat, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmerin mit Schild, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmer mit Plakat, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmer mit Banner, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmerin mit Plakat, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmer mit Banner, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
Teilnehmerin mit Deko, Schlossplatz, Stuttgart, 4. April 2026, Foto: Sergej Perelman
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