BW-Wahl 2026: CDU führt, AfD gewinnt - Grüne unter Druck
Baden-Württemberg [ENA] Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 gilt als entscheidende Richtungswahl nach über zehn Jahren grüner Regierung unter Winfried Kretschmann. Dessen Rückzug hat das politische Feld geöffnet. Jüngste Umfragen sehen die CDU mit rund 29 Prozent vorne, gefolgt von den Grünen mit etwa 23 Prozent und der AfD mit rund 20 Prozent. SPD, Linke und FDP liegen demnach im Bereich von 8, 7 und 5 Prozent.
Cem Özdemir führt die Grünen in den Wahlkampf und setzt auf Klimaschutz, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel verspricht mehr Sicherheit, eine starke Wirtschaft und strengere Regeln in der Migrationspolitik. Andreas Stoch (SPD) stellt soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und Bildungschancen für alle in den Mittelpunkt. FDP-Chef Hans Ulrich Rülke wirbt für wirtschaftliche Freiheit, weniger Bürokratie und eine verkehrspolitische Linie, die das Auto nicht verdrängt.
Die AfD unter Markus Frohnmaier fokussiert sich inhaltlich auf Migrationspolitik mit der klaren Ablehnung weiterer Zuwanderung und Forderungen nach Verschärfungen im Asylrecht. Hinzu kommt scharfe Kritik an der Energiewende, an Klimaschutzmaßnahmen und an europäischen Strukturen. Die Einstufung des Landesverbands als rechtsextremistischer Verdachtsfall durch den Verfassungsschutz seit 2022 sorgt für eine besonders starke öffentliche Aufmerksamkeit und schärft die politischen Auseinandersetzungen, was bei Anhängern als Beleg für klare Oppositionshaltung mobilisieren kann, während es andere Wähler weiterhin eher skeptisch stimmen dürfte.
Thematisch prägen den Wahlkampf Energiewende, Wirtschaft, Migration und soziale Sicherheit. Während Klimaschutz für viele Wählerinnen und Wähler zentrales Anliegen bleibt, wächst zugleich die Sorge vor steigenden Kosten und Arbeitsplatzverlusten. Gerade in einem Land, das stark von Automobilindustrie und Maschinenbau lebt, stoßen ökologische Vorgaben zunehmend auf Widerstand. Das Spannungsfeld zwischen Transformation und Arbeitsplatzsicherung wird so zum zentralen Konflikt dieser Wahl.
Politisch zeigt sich das Parteienfeld zersplittert. Neben Schwarz Grün erscheinen auch ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP oder ein linkes Mehrparteienbündnis rechnerisch möglich. Eine Zusammenarbeit von CDU und AfD wird von der Union zwar klar ausgeschlossen, bleibt statistisch jedoch als rechnerische Option im Hintergrund und prägt den politischen Diskurs. Wer am Ende seine Unterstützer besser an die Urne bringt und in der Schlussphase des Wahlkampfs glaubhaft Orientierung bietet, könnte deutlich über den momentanen Umfragewerten landen.
Die Landtagswahl in Baden Württemberg bleibt damit ein offenes Rennen: Im Raum stehen grundlegende Fragen nach der künftigen Balance zwischen Klimaschutz und Industrie, zwischen Sicherheit und Offenheit, zwischen sozialer Abfederung und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit. Wie die Wählerinnen und Wähler diese Konfliktlinien gewichten, entscheidet nicht nur über die nächste Landesregierung, sondern sendet auch ein Signal in die Bundespolitik – und bleibt bis zum Wahltag eine der spannendsten offenen Fragen.




















































